o wie die Revolution den Ni-
hilismus überwinden muss,
sollte die europäische Union,
oder was nach dem Absaufen
des atlantischen Flugzeugträ-
gers Großbritannien noch von
ihr übrig bleibt, den Nationalismus hinter
sich bringen. Denn obwohl es keine Zu-
kunft ohne Herkunft gibt, nutzt es wenig,
Gründerväter wie Robert Schuman und
ean Monnet durch den Dreck zu ziehen,
wie es der ultrarechte Herrschaftsdenker
Philippe de Villiers drei Monate vor den
Europawahlen vom vergangenen 2È. Mai
tat.Wer weiß, in welcher Rolle seine
Nachfahren sein Andenken eines Tages
verteidigen müssen¶ Denn er, der in sei-
nem Buch
¹ ½ai tirj sur e vi du menson}e
et tout est Ûenuº
Fayard® Robert Schu-
-
man nicht nur Kollaboration als Minister
im Vichy-Regime vorwirft, sondern seine
Familie auch mit der Anklage konfron-
tiert, die deutsche Uniform im Ersten
Weltkrieg getragen zu haben, und der den
in Cognac geborenen ean Monnet sogar
als CIA-Agent abstempelt, verliert sich
schon heute in ähnlichen Mäandern der
rechten Szene.
Eine Szene, die dabei ist, die Muttermilch
Nationalismus auszuspeien, um ihrem Ni-
hilismus grenzenlose Bedeutung zu geben.
Eine Szene, die mit solchen plump hyste-
rischen Geschichtsnarrativen und ihren
verschwörungstheoretischen Anspielun-
gen Einfluss auf den Ausgang der Wahlen
nehmen möchte. Dabei hantiert sie mit
Allgemeinplätzen wie einem „Europa der
Nationen“ oder einem „Herz für Tiere“.
Als ob das, außer für sogenannte „demo-
kratisch alternative Reformparteien“, die
Einheit mit Totalität verwechseln, nicht
selbstverständlich wäret¶
In Kontinentaleuropa ist jedoch eine neue
Gefahr entstanden, indem sich der libertä-
re Linksextremismus aus den mediterra-
nen Ländern mit dem cäsarischen Rechts-
extremismus aus nördlicheren Gefilden
verbindet. Das beste Beispiel dürfte hier
die Koalition zur Regierung zwischen der
Lega Nord und der sogenannten „Partei
der Mitte“
oÛimento inµue -tee
in
Italien sein, nach Deutschland und Frank-
reich immerhin dritte Wirtschaftsmacht
des europäischen Binnenmarktes, die seit
der Griechenland-Krise arg schwächelt.
Diese europaskeptische und populistische
Bürgerbewegung, die sich heute ausge-
rechnet über die Internet-Plattform R
ous
seau
austauscht, dem großen Staatsrecht-
ler unter den Aufklärungsphilosophen, der
das Gemeinwohl über das Gottesgnaden-
tum stellte, wurde bereits vor zehn ahren
vom populären Kabarettisten und Scharla-
tan Beppe Grillo ins Leben gerufen. Aus
ihr wurde nicht nur die stärkste Einzelpar-
tei Italiens, sie stellt seit 201Ç mit Fabio
Massimo Castaldo EFDD® auch einen der
Vizepräsidenten des Europäischen Parla-
ments.
Alles was den Gründervätern Europas
vorgeworfen wird, mag stimmen. Es än-
dert jedoch nichts an der Tatsache, dass
die Mächtigen dieser Welt, denen die Vor-
würfe von de Villiers ebenfalls gelten, sich
davon nicht beeindrucken lassen werden.
Im Gegenteil: Wie im rezenten Fall von
„America First“ werden diese auch heute
noch alle Schwächen eines uneinigen
Europas auszunutzen wissen. Mit einer
einzigen Ausnahme: Ihre Kolonialwaren-
händler und deren Geldgeber werden
nicht mehr doppelt am Krieg verdienen
können.
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Denn diese 3G-Ritter Geld, Gier und Ge-
walt® Trump, Putin, 8i inping, Erdogan,
Duterte, Bolsonaro, Kim ong-un usw.
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