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ternehmen genutzt, sondern auch von
Staaten. SpBtestens seit den nthØllungen
von dward Snowden wissen wir, dass die
staatlichen SpBhorganisationen moderner
Staaten weidlich davon Gebrauch ma-
chen, praktisch ohne jede ffentliche Kon-
trolle und mit 1nterstØtzung der privaten
IT-Konzerne. Das Fabelhafte dabei ist,
dass die BØrger sich diese, sie Øberwa-
chende Technik, selbst anschaffen und da-
bei noch das GefØhl haben, Freiheit dazu-
zugewinnen.
Perfekter lassen sich die Interessen der
endlosen Geldverwertung und staatlicher
Kontrolle nicht verbinden.
Ic abe nic ts âÕ
Ûerber}ent
Diese Aussage kann man oft hren. Das
ist aber leider eine Sichtweise, die vielen
von uns eines Tages die Freiheit oder wo-
mglich das eben kosten knnte.
Als der tØrkische PrBsident rdogan An-
fang Ó017 Tausende von ,egierungskriti-
kern verhaften lie~, offenbarten ihm
Smartphone-Daten ein perfektes Schau-
bild von Kontakten und 6erbindungen.
Nicht zuletzt dadurch folgten die 6erhaf-
tungswellen so schnell und umfassend. In
gypten konnte das Al-Sisi-,egime nach
dem arabischen FrØhling dank Facebook
und Twitter ebenfalls besonders effektiv
zuschlagen und Dissidenten aus dem 6er-
kehr ziehen.
7ann wer auf welche 7eise in das Mahl-
werk des Staates gerBt, hBngt Øberhaupt
nicht davon ab, ob BØrger sich fØr unbe-
scholten halten oder nicht, sondern wen
Machthaber als potentiell strend betrach-
ten. 7ie 7ikileaks-GrØnder Julian Assan-
ge treffend feststellte, haben Telekommu-
nikationskonzerne und Nachrichtendiens-
te lBngst ein schlØsselfertiges System fØr
einen totalitBren Staat geschaffen. 1nd die
BØrger helfen ihnen dabei nach KrBften.
6on `er totalen
Di}italisierÕn} âÕm
¹Trans ÕmanismÕsº
Digitalisierung und Mobilfunktechnik ste-
hen aber erst am Anfang. 1m im globalen
7ettbewerb nicht abgehBngt zu werden,
so das Credo der Industrie, muss in ener-
gieintensivere Infrastrukturen von Sende-
masten und ,echenzentren investieren.
4ber den enormen zusBtzlichen 1mwelt-
verbrauch und die mglichen gesundheit-
lichen Folgen gibt es keine Debatte. Auch
die massiv gesteigerten 4berwachungs-
mglichkeiten und ,isiken von ackeran-
griffen sind kein Thema. Besonders absurd
aber ist es, dass nach dem Sinn dieser gan-
zen ntwicklung Øberhaupt nicht gefragt
wird. KostengØnstigere und umweltscho-
nende Alternativen werden gar nicht erst
erwBhnt.
ine ehrliche Bilanz zeigt, dass wir mit ei-
ner schrankenlosen Digitalisierung, wie
Politik und Industrie sie anstreben, einige
der hchsten 7erte menschlichen ebens,
nBmlich unsere Freiheit, unsere 1mwelt
und unsere Gesundheit, gefBhrden, wBh-
rend wir im Gegenzug dafØr kaum mehr
als ein paar Gimmicks bekommen.
inigen Silicon-6alley-Akteuren geht das
aber noch nicht weit genug. Bei Google
trBumen sie davon den biologischen Men-
schen abzuschaffen und sein Bewusstsein
in ein Netz von Daten zu ØberfØhren.
SehnsØchtig erwartet man in den nBchsten
Jahrzehnten den Moment, wenn die ,e-
chenleistungen von Computern die Denk-
leistungen von Menschen Øberschreiten
sollen und die Automaten den krperli-
chen Menschen ØberflØssig machen.
Schon ,enj Descartes behauptete im 17.
Jahrhundert, Tiere lie~en sich leicht nach-
bauen, wenn man ihren Aufbau einmal
verstanden hBtte.
Solche 4berlegungen sind symptomatisch
fØr eine MBnnerwelt, die von ihrer eigenen
Innenwelt so weit abgespalten ist, dass sie
Denken, FØhlen und 7ahrnehmen von
,echnen nicht mehr unterscheiden kann.
Der digitalisierte Mensch ist der endgØltig
zu Tode disziplinierte Mensch, der nur
noch als Datensatz fortlebt.
7ollen wir euten mit solchen 6isionen
unsere <ukunft anvertrauen¶ 7ollen wir
ihnen weiterhin unsere Daten zur 6erfØ-
gung stellen, durch ihre Google-Brillen die
7elt sehen und uns bald in von ihnen ge-
steuerten Autos herumfahren lassen¶
Oder werden wir in der age sein, uns aus
der von ihnen geschaffenen Matrix zu be-
freien¶
-in` Üir mit ,ifin aÕs
`em -c nei`er¶
Angesichts dieser bedenklichen ntwick-
lungen ist der noch immer verbreitete
Technikoptimismus verblØffend. Der 1S-
Soziologe Jeremy ,ifkin, der auch die
Strategiestudie fØr uxemburg ausgearbei-
tet hat, glaubt etwa (siehe dazu: ¹Die
Null-Grenzkosten-Gesellschaftº),
dass
sich der Kapitalismus durch die weitere
technische ntwicklung langsam, aber si-
cher selbst abschaffen werde. Indem die
¹Grenzkostenº in der Produktion gegen
null gehen, werden wir in eine 7elt des
4berflusses und der FØlle fØr alle eintre-
ten.
Diese Idee ist im Grunde eine 7iederho-
lung der marxistischen 6orstellung, die
technische ntwicklung der Produktiv-
krBfte wØrde gleichsam automatisch die
Grundlagen fØr ein kommunistisches Pa-
radies schaffen. So verstBndlich diese Per-
spektive vor 1x0 Jahren war, als man hof-
fen konnte, durch industrielle Produktion
einen gewissen allgemeinen 7ohlstand zu
schaffen, so weltfremd mutet sie doch
heute an. 6on der totalen Digitalisierung
eine 7eltrevolution zu erwarten, ist ein
Symptom fØr den ,ealitBtsverlust einer
technokratisch geprBgten Gesellschaft, die
sich in magisches Denken flØchtet.
Sich aus der Matrix entmØndigender
Technik zu befreien, bedeutet nicht in ei-
ne vorindustrielle 7elt zurØckkehren zu
wollen. s geht nicht darum, ob man fØr
oder gegen Technik ist. Diese Frage ist un-
sinnig, denn Menschen nutzen Technik
seit jeher. Die Frage hei~t: welche Tech-
nik, und wie viel davon¶ 7as sind wØn-
schenswerte Techniken fØr eine men-
schenwØrdige und zukunftsfBhige 7elt¶
7ie knnen wir Øber Technik vernunftge-
leitet und realistisch sprechen und ent-
scheiden¶ 1nd vor allem: 7er entschei-
det¶ Der Mythos vom unaufhaltsamen
technischen Fortschritt, dessen ,ichtung
vorherbestimmt ist, verdeckt die Tatsache,
dass hinter jeder ntwicklung menschli-
che ntscheidungen stehen, die verBnder-
bar sind, und hinter jeder ntscheidung
reale Personen mit bestimmten Motiven
und vor allem einem Kontot
7ege zu einer menschenfreundlichen
Technik zu beschreiten, bedeutet, Technik
aus der Maschinerie der Kapitalverwer-
tung (Industrie) und der Staaten herauszu-
lsen. 7Bhrend heute IT-Konzerne und
Automobilhersteller mit massiver staatli-
cher 1nterstØtzung unsere <ukunft desig-
nen und uns das, was gut fØr sie ist, als
unvermeidlich fØr uns verkaufen wollen,
geht es in dieser Perspektive darum, Tech-
niken nØchtern und differenziert nach ih-
rem tatsBchlichen Nutzen und den von ih-
nen verursachten SchBden zu beurteilen.
s liegt an uns, ob wir das Feld Transhu-
manisten, Geldverwertern und dem 4ber-
wachungsstaat Øberlassen oder es wieder
selbst in die and nehmen.
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