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er deutsche Publizist Rainer

BŸhme von der Bundeszen-

trale fØr politische Bildung

definiert die acht Millionen

seiner Landsleute der Jahr-

gBnge 1940 bis 1950 als

“68er». Da in Luxemburg die Uhren etwas

langsamer ticken und nach einigen Schar-

mØtzeln im Rest des Landes die Revolu-

tion erst am 21. April 19Ç1 bei einem

Sitzstreik in Diekirch so richtig auf die

Stra~e fand, darf ich mich als 51er und

aus dem AthenBum in die Eselsstadt straf-

versetzter SchØler, der damals schon in

andere Gefilde gezogen war, wohl noch

dazu zBhlen.

Denn wie an dieser Stelle bereits beschrie-

ben (

Shame on Þou

, ulturissimo, April

2011), hatte ich meinen einsamen ampf

gegen das kleriko-faschistische Luxem-

burg, der bezeichnenderweise auch im Ly-

cje Classique Diekirch und dem ange-

schlossenen Internat des Heiligen Joseph

stattfand, weit hinter mir gelassen, obwohl

ich Ç1 in Gedanken bei Denel’s John war,

dem frØheren Judopartner, der kurz vor

dem Abitur mit drei ommilitonen von

der Schule flog, nur weil sie MitbegrØnder

einer sogenannten SchØlerfront waren.

Damals versammelten sich bis zu 500

LCD-SchØler im gro~en Festsaal. Die auf-

gebrachten PennBler verteilten eine Bro-

schØre mit dem kBmpferischen Titel „Nie-

der mit der Repressiont“ und riefen in ei-

nem Flugblatt „Maulkorb im Diekircher

Gymnasium“ zur Bildung eines ampf-

kommitees auf, das nachmittags im Ettel-

brØcker Hžtel de la Gare von 80 SchØlern

gebildet wurde und zum Streik aufrief.

Von allen Lehrern hielten nur Marcel

Bamberg, Pierre Puth und Lambert

Schlechter zu ihren Schutzbefohlenen. Sie

wurden strafversetzt.

Doch nicht nur die Lehrer, die trotz man-

gelnder

uni.lu

gerne „Proff“ genannt wur-

den, lie~en die damalige Jugend im Stich.

Auch aus der vom pfBffischen Obrigkeitss-

taat geprBgten Gesellschaft kamen viele

Vorurteile Øber die MBdels und Jungs mit

den Beatles-Haaren und den kurzen

RŸcken. O-Ton Jos Ahnen im liberalen

Journal (23.4.19Ç1): “Ist es nicht ein

Hohn, dass ein Professor vor den adi ge-

zerrt wird, weil er einem LØmmel eine

hinter die Ohren klatschte. Und dass die-

ser dann mit einem Attest aufkreuzt, laut

dem er eine leichte GehirnerschØtterung

haben soll. Dass ich nicht lache. Wo kein

Gehirn ist, kann auch keine ErschØtterung

stattgefunden haben.»

Da, wie wir noch sehen werden, viele

Jungdemokraten sich im CLAN, der SchØ-

lerorganisation der ASSOSS (Association

Gjnjrale des tudiants Luxembourgeois)

engagierten, kann man hier wohl von ei-

nem Generationskonflikt ausgehen, der

die Liberalen in Luxemburg bereits in der

Maulkorb-AffBre im Herbst 193Ç in zwei

Lager spaltete. Und weil das Hohe C der

klerikal-reaktionBren Volkspartei immer

schon in Ÿpfen und Herzen bis in die

linken Ecken herumgeisterte, war politi-

sche Emanzipation im Marienland immer

schon schwierig.

Wie der leider zu frØh verstorbene Ronald

Pierre, der am 9. Mai 1968 mit Charles

Doerner ein neues Aktionsprogramm fØr

den CLAN vorgelegt hatte, in seiner bes-

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N°168