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und schon stehen die Verbrecher wieder
fein da und sind bereit zu neuen Taten.
Falls notwendig wird auch einmal schnell
das rundgesetz geBndert. FØr unsere -i-
cherheit, hei~t es. Aber all dieses ist de-
nen, die Naomi Kleins Buch Øber die
-chockdoktrin gelesen haben, lBngst ge-
lBufig. Unliebige gesellschaftliche VerBn-
derungen, fØr die man in normalen <eiten
niemals eine Mehrheit bei der Bevlke-
rung finden wØrde, knnen durchgesetzt
werden, wenn die Menschen sich in einem
Angstzustand befinden.
7as die Terrorgefahr betrifft, verkØndet
die UNO seit 12: „Internationaler Terro-
rismus ist eine der ernsthaftesten Bedro-
hungen des Friedens und der -icherheit.“
Das zustBndige remium, der -icherheits-
rat, hatte wohl nicht damit gerechnet, dass
jemand sich trauen wØrde, nachzuhaken.
Das ist aber geschehen. emand wollte
konkrete <ahlen Øber diese gr~te Bedro-
hung der Menschheit. Die UNO konnte
sie aber nicht liefern, sie hatte sie nicht.
Das war die Antwort auf die Anfrage. In
die gleiche Richtung geht die Tatsache,
dass in Deutschland mehr Menschen
durch Trittleitern im Haushalt ums Leben
kommen, als durch TerroranschlBge. Die
Frage wurde gestellt, warum nicht katego-
rischer vom bundesdeutschen Innenminis-
ter De Maizimre gegen die Trittleitern vor-
gegangen wird. Ein rund knnte sein,
dass eine Bevlkerung sich nicht so leicht
von Trittleitern einschØchtern lBsst. Von
TerroranschlBgen aber wohl. Nun muss
nur noch die Frage gestellt werden, die lei-
der viel zu selten gestellt wird, nBmlich die
vom „ ui bono¶“, also „7em nØtzt es¶“
Es gibt Menschen die behaupten, dass
Volksmassen sich leichter lenken lassen,
wenn sie verBngstigt sind. Und in einer
7elt, in der so Etliches nicht in Ordnung
ist, knnte es also den Volkslenkern von
Nutzen sein, wenn die Menschen auch ge-
hrig was zu fØrchten haben, sei es nun
den islamistischen Terror oder den Verlust
ihrer Arbeit und somit ihrer Lebensgrund-
lage.
GiÃÕdi }ÃÌ
-ollte man sich also nicht fØrchten¶ Die
Antwort ist wahrscheinlich die, dass man
klaren Verstandes entscheiden soll. Es gibt
von Immanuel Kant den Begriff des „-a-
pere aude“, d.h. „7age zu wissen!“ 7issen
ist sehr nØtzlich, hilft aber auch nicht im-
mer gegen die ewalt der MBchtigen. Die
FBlle von sexueller BelBstigung durch Aus-
nutzung einer Machtposition, und sei sie
noch so gering, sind ein beredtes Beispiel
dafØr. Der Fall 7einstein ist nur die -pitze
des Eisbergs. Angst vor solcher Macht ist
natØrlich angebracht; und sie soll auf je-
den Fall ffentlich gemacht werden. Das
ist aber leider Øber ahrzehnte nicht ge-
schehen. Die Medien haben vielleicht
nichts davon gewusst¶ enau wie die re-
gelmB~ig aufgedeckten -kandale der
Priester, die sich Øber die ihnen ausgelie-
ferten ugendlichen hermachen. Neuere
Untersuchungen in Australien haben erge-
ben, dass zwischen 1x0 und 2010 mehr
als È0 000 ugendliche Opfer der dem <-
libat verpflichteten Priester wurden. Er-
staunlich ist, dass die AufklBrung, wenn,
dann oft fØr Bltere FBlle erfolgt, bei denen
auch die jØngeren FBlle mit etwas lØck
und Verschleppungsgeschick nicht mehr
rechtzeitig vor der VerjBhrung spruchreif
werden. 7as ist z. Bsp. im konkreten Fall
von Australien in der ahren von 2010 bis
201Ç passiert¶ Haben die kirchlichen TB-
ter sich wBhrend der ahre nach 2010 zu-
rØckgehalten¶
NØtzliche Angst wird auch von einem gro-
~en Philosophen empfohlen, um die wirk-
lich gro~en 7eltprobleme anzugehen.
Hans onas hat in seinem Hauptwerk
„Das Prinzip Verantwortung. Versuch ei-
ner Ethik fØr die technologische <ivilisati-
on“ schon 1Ç darauf hingewiesen, dass
es ohne eine gesunde Angst nicht geht. Er
sagt Folgendes: „Dem Prinzip Hoffnung
stellen wir das Prinzip Verantwortung ge-
genØber, nicht das Prinzip Furcht. 7ohl
aber gehrt die Furcht zur Verantwortung
so gut wie die Hoffnung, und da sie das
weniger gewinnende esicht hat, sogar in
besseren Kreisen in einem gewissen mora-
lischen und psychologischen Verruf steht,
so mØssen wir ihr hier nochmals das 7ort
reden, denn sie ist heute ntiger als zu
manchen anderen <eiten, wo man in der
<uversicht des guten anges der mensch-
lichen Angelegenheiten auf sie als eine
-chwBche der Kleinherzigen und ngstli-
chen herabsehen konnte.“
Die Furcht die Hans onas meint ist die
Furcht, die zum Handeln auffordert, nicht
die, welche vom Handeln abrBt. Das Han-
deln muss aber bestimmt sein von einer
gro~en -orge um die Empfindlichkeit des-
sen, fØr das wir Verantwortung tragen. Im
Falle von Eltern ist es das Kind. Im Falle
von politisch aktiven Menschen ist es die
Verantwortung fØr unsere 7elt mit allen
ihren empfindlichen -ystemen. Aus intelli-
genter Angst sollte man die Atomwaffen
abschaffen; zumindest nicht weiter aus-
bauen. Aus der gleichen Angst sollte man
konkret unseren Ressourcenverbrauch zu-
rØckschrauben. Aber zu solchen -chritten
gehrt wohl mehr Mut als Øblicherweise
erwartet werden kann von Politikern, die
nur zu gut wissen, wie viele Interessen
hinter all diesen 7irtschaftszweigen ste-
cken. Da ist es doch wohl einfacher, zu
den -ternen oder den -ternschnuppen zu
flØchten.
Die Angstc nach Gandhi ¹smittensoul.comº




