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N°164
waltigern konfrontiert, die sich aus der
selbstpotenzierenden Missbrauchs- und
ewaltspirale nBhren und sich nur mit
professioneller Hilfe, sei es geistiger oder
geistlicher Art, befreien knnen. -ind sie
aber erst vor ericht, muss man sie wohl
oder Øbel zu einer Therapie zwingen.
Und auch wenn laut ustizminister die
Klagen wegen sexuellem Missbrauchs im
vergangenen ahr leicht rØcklBufig waren,
so ist der -cho~ fruchtbar noch, um es mit
Brecht zu sagen. Allein schon weil das
Umfeld in dieser schnelllebigen digitalen
7elt, in der man mit einem unØberlegten
Klick in Teufels KØche kommen kann,
derart geprBgt ist von einem Mangel an
Empathie und Liebe.
7as muss das fØr eine verwaiste, ja fast
schon verweste spirituelle Einde sein, in
der 1Î-jBhrige MBdchen es selbstverstBnd-
lich finden, ihren Krper zum Erwerb von
Drogen zu verkaufen.
Ønther Anders
der ude -tern musste sich im Dritten
Reich „anders“ nennen®, der Ehemann
von Hannah Arendt, Philosophin und e-
richtschronistin im Prozess gegen den Na-
zi--chreibtischtBter Eichmann, hat es in
seinem Hauptwerk „Der antiquierte
Mensch“ sehr genau beschrieben.
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diÀ ÕaÌB̺
-ein Hauptthema war die „<erstrung der
HumanitBt“. Er kam zur schlussfolgernden
Analyse, dass nach den rBueln des
schrecklich blutigen <weiten 7eltkrieges
in der westlichen <ivilisation mit dem
7egsehen der kirchlichen MBchte die -e-
xualitBt enttabuisiert wurde, um das Tabu
des Besitzes zu retten. Als Kollateralscha-
den, wie diese perversen Kriegstreiber seit
dem Balkankonflikt es zu nennen pflegen,
litt und leidet noch heute die heranwach-
sende ugend darunter.
Denn in einer von eld, -ex und Kom-
merz getriebenen esellschaft wird der eh
schon beschwerliche 7eg in die e-
schlechtsreife zum gefØhllosen -lalomlauf
ohne -tangen, die den ethisch affektiven
Kurs abstecken sollen. Hinzu kommen in
dieser vernetzten Beliebigkeit die Mg-
lichkeiten von digitaler Partnersuche und
-peed-Dating, die persnliche IntimitBt
nur am Rande zulassen. Ein schmaler
Rand, der nur eine fiktive -icherheit vor
dem emotionalen Abgrund bietet.
Diese in den U-A entwickelte Methode,
im -chnellverfahren den „richtigen“ Part-
ner zu finden, wurde 18 ausgerechnet
vom Rabbi der jØdisch-orthodoxen Orga-
nisation Aish HaTorah ausgeheckt, um Al-
leinstehende der laubensgemeinschaft
zusammenzubringen und die <ahl inner-
konfessioneller Ehen zu erhhen. Bei den
kommerziell ausgerichteten Veranstaltun-
gen, die daraus erwuchsen, ging es weni-
ger um „innere“ 7erte als um physische
AttraktivitBt. Einziger Pluspunkt in dieser
Øberdigitalisierten 7elt ist die Tatsache,
dass MissbrBuche an MinderjBhrigen aus
dØsteren <eiten immer fter ans Tageslicht
gezerrt werden. Auch wenn das den ver-
wundeten und immer noch extrem ver-
wundbaren Opfern nicht gefallen dØrfte.
Denn eine der bekanntesten Abwehrreak-
tion dieser feigen MissetBter ist die
-chuldzuweisung an ihre damaligen Op-
fer, die damit zum zweiten Mal ihr
schBndliches Martyrium durchleben mØs-
sen.
Die dreistesten unter ihnen schrecken
nicht davor zurØck, vor ericht Entschul-
digungen wie „hBtte die 1x- Bhrige keinen
Minirock angehabt und derart sexy mit
dem Arsch gewackelt, wBre halt nichts
passiert“ vorzubringen. Ein Pfarrer, der
sich im internationalen kumenischen
MBnnerorden in Taizj von einem -chutz-
befohlenen einen blasen lie~, hatte sogar
die huzpe zu behaupten, der unge habe
ihn angemacht, nur weil er in einem f-
fentlichen Pissoir neben ihm urinierte.
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*iiÌÀaâº
huzpe stammt aus dem jiddischen
hutzpe chÙtzpe® und steht fØr eine Mi-
schung aus zielgerichteter, intelligenter
UnverschBmtheit, charmanter Penetranz
und unwiderstehlicher Dreistigkeit. 7ie
oft hrt man in den erichtssBlen zwi-
schen den 7orten heraus, dass ein Be-
schuldigter MinderjBhrige, ja sogar Kinder
unter sechs ahren, deren ehirn noch
nicht einmal ausgewachsen ist, fØr sex-
sØchtig hBlt. -tudien zeigen, dass PBdo-
phile nicht den Hauptanteil am sexuellen
Kindesmissbrauch darstellen. Die <ahlen-
angaben der Forscher auf diesem ebiet
schwanken zwischen 2 und 20 Prozent,
zum Teil auch, weil der Begriff pBdophil
nicht genau definiert ist. Auch wenn straf-
fBllig gewordene PBdophilie einer hohen
RØckfallgefahr an ungen deutlich mehr
als an MBdchen® unterliegt, schlie~t ein
nennenswerter Teil von ihnen sexuellen
Kontakt mit Kindern aus.
Vom „Heemelen“ Øber die Manipulation
der enitalien bis zur Vergewaltigung der
physischen IntegritBt des Kindes durch
welche Instrumente auch immer reicht die
Bandbreite des Missbrauchs von Minder-
jBhrigen, der in den meisten zivilisierten
LBndern unter -trafe steht. Doch sexuell
aktive PBdophile wenden selten ewalt
an, sie setzen eher auf perverse emotiona-
le <uneigung und erzwungenes, angstein-
fl~endes -chuldbewusstsein.
Die Frage, warum dieses -chuldbewusst-
sein den meisten TBtern abgeht, ist nicht
zuletzt deshalb schwierig zu beantworten,
weil laut den Princeton-Forschern Robert
ahn und Brenda Dunne die erkenntnis-
theoretischen 7issenschaften im vorigen
ahrhundert u. a. den Anteil des Bewusst-
seins bei der Erforschung der physischen
RealitBt ausgeschlossen hatten. Das e-
wissen wurde vernachlBssigt.
¹-«ÀÌÕii iiâº
Doch lassen wir diese akademischen Ex-
kurse und wenden uns den Leuten zu, die
sich einst selbst beauftragten, als -eelsor-
ger im Alltag der Menschen zu wirken, um
deren eist zu stBrken. Da ist einmal
eorges Hellinghausen, der in seiner
„ arte Blanche“ auf RTL unter dem Titel
„Kleeschen a co. - hapeau“ feststellt: „Vi-
run acht Deeg ass de Kleesche komm...,
an elo waarde mer op d’ hrlschtklnd-
chen.“
Derweil buddelt - -Pater ean- acques
Flammang in seinem Leserbrief „7o wB-
ren die heutigen 7issenschaften ohne die
katholische Religion¶“ einige europBische
Priester aus, die Astrophysik, entechnik
sowie ArchBologie revolutioniert haben
sollen und sogar, man hre und staune,
die Urknall-Theorie zwei ahre vor den
amerikanischen 7issenschaftlern entwi-
ckelten.
Nun ja, nach an Hus, der 1{1x in Kon-
stanz verbrannt wurde, und iordano
Bruno, der 1È00 auf dem ampo de’Fiori
in Rom lichterloh brannte, nachdem man
ihm die <unge angebunden hatte, damit er
nicht zum gaffenden Volk sprechen konn-
te, und nachdem die Kirche 1È1È auch
den gefØgigen alileo alilei mundtot ge-
macht hatte, ffnete sie ihre -chulen zu-
nehmend den genauen 7issenschaften.
-o hat sogar der bekennende -ozialist und
aktuelle Luxemburger 7irtschaftsminister
Etienne -chneider das renommierte
I HE Institut catholique des hautes
jtudes commerciales® absolviert, das sich
heute etwas un®verschBmt „Brussels Busi-
ness -chool“ nennt. -chneider mag ein ge-
wiefter Politiker und ein guter Unterneh-
mer sein, doch als einfØhlsamer -eelsorger
dØrfte er fehl am Platz sein.
-tatt also TV-MBrchenstunden zu veran-
stalten oder eine lBcherlich spBte Verein-
nahmung der 7issenschaften zu betrei-
ben, sollten diese selbsternannten ottes-
mBnner endlich der -eelsorge gerecht wer-
den. Und die Kurie tBte gut daran, den fro-
hen Botschafter Franziskus nicht als Ket-
zer zu outen, oder zuzulassen, dass KØster
ihren Erzbischof wegen des schnden
Mammons mit einer <ivilklage heimsu-
chen. Denn ob diese rmisch-katholi-
schen FØrsten der zentralisiertesten und
damit mBchtigsten Kirche der Monotheis-
ten es wahrhaben wollen oder nicht: In
<eiten, in der die wahre Liebe verduftet,
werden sie urbi et orbi mehr denn je ge-
braucht. Ihre 7unden aus Tausenden von
sexuellen 4bergriffen an Kindern weltweit
knnen sie spBter lecken. Ihr Pontifex
warnt sie nicht unbotmB~ig vor „spirituel-
ler Demenz“.




