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Besorgte libertäre Demokraten mit einem

Hang zum Syndikalismus sollten einige

Gedanken an Donald Trump verschwen-

den, der im Gegensatz zu seinem Vorgän-

ger George W. Bush kein Idealist ist, der

dem Irak mit einer Lüge die „Demokrassie“

bringen wollte und es lediglich mit Bom-

ben eindeckte, sondern ein merkantiler Ni-

hilist der schlimmsten Sorte, der „Buttek“

spielt und auch bekommen wird.

Seine Gegner hoffen, dass er nicht zuletzt

wegen seiner privaten Steuerpolitik oder

seinen megaheterosexuellen Ausrutschern

einem „Impeachment“-Verfahren unterzo-

gen werden könnte, doch wurde noch nie

in der Geschichte der Vereinigten Staaten

ein Präsident seines Amtes enthoben. Beim

Republikaner Nixon war es knapp. Er kam

dem Senat zuvor und reichte 19Ç{ seinen

Rücktritt ein.

Auch dem demokratischen Präsidenten

Bill Clinton, der 1999 „nur“ wegen einer

Lüge unter Eid ein Begriff, den Donald

Trump durch „alternative Fakten“ ersetzen

ließ® in der Affäre um seine peinliche

sexuelle Beziehung zur Praktikantin Mo-

nica Lewinsky angeklagt war, blieb die

noch peinlichere Amtsenthebung erspart,

weil die dazu notwendige zwei Drittel-

Mehrheit im Senat fehlte.

Dritter im Bunde ist Andrew Johnson,

der als Vize des ermordeten Abraham Lin-

coln von 1n65 bis 1n69 das Weiße Haus be-

setzte. Auch gegen ihn war ein Amtsenthe-

bungsverfahren eröffnet worden, wegen

seiner Blockadehaltung gegenüber dem

Kongress, der den Schwarzen in den Süds-

taaten mehr Rechte geben wollte, womit

wohl der aus Tennessee stammende Demo-

krat nicht einverstanden sein konnte!¶

Obwohl Amtsenthebungsverfahren also

äußerst selten sind, ist es trotzdem eine in

der US-Verfassung Artikel 1, Abschnitt 3®

verankerte Option, einem unliebsamen

Präsident die diskrete Hintertür des ovalen

Büros zu zeigen. Dazu muss er dem Lan-

desverrat, der Bestechung oder nicht ein-

deutig definierten „anderen schweren Ver-

brechen und Vergehen“ für schuldig befun-

den werden.

Das Repräsentantenhaus trifft mit einfa-

cher Mehrheit die Entscheidung über die

Einleitung des Verfahrens. Daraufhin fin-

den im Senat Anhörungen statt. Wird in

diesemVerfahren der Präsident angeklagt,

führt der oberste Richter den Vorsitz. Da

sich bei Nixon die notwendigen Mehrhei-

ten sowohl bei den Abgeordneten wie auch

bei den Senatoren abzeichneten, war er als

einziger am nächsten dran.

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Das Verfahren wird also nicht von geschul-

ten Juristen, sondern von einer Mehrheit

gewählter Politiker bestimmt. Nun kann

Trump im Moment wohl noch genug parti-

sane Fanatiker hinter sich vereinen, um 3{

Senatoren auf Trab zu halten, doch dürfte

die derzeit schon spürbar schwindende

Unterstützung seiner republikanischen

Partei„freunde“ wie Neuschnee in der

Sonne schmelzen.

Allein das Auftauchen eines von den US-

Geheimdiensten deren Vorgehensweise er

kürzlich mit „Nazi-Deutschland“ verglich®

noch unausgewerteten Berichts eines ehe-

maligen großbritischen MI6-Geheimagen-

ten über seine hoch bedenklichen Kon-

takte zu Russland kurz vor seiner ersten

Pressekonferenz, bei der er ein vernichten-

des Bild abgab, könnte dem schillernden

Trump zum Verhängnis werden.

Eine Rolle beim möglichen Impeach-

ment-Szenario könnte auch der Umstand

spielen, dass viele über Trumps merkantiles

Verhalten „entsetzte“ puritanische Repu-

blikaner lieber den streng konservativen

Mike Pence im Weißen Haus sähen, ein

scharfer Abtreibungsgegner, der die Homo-

Ehe abschaffen möchte und sich in der

Vergangenheit auch vehement für die Pri-

vatisierung des Sozialstaats einsetzte.

Jedenfalls waren die Beliebtheitswerte ei-

nes antretenden Präsidenten noch nie so

tief wie bei Trump, auch wenn er in diesen

postfaktischen Zeiten, in denen wir schein-

bar leben, Millionen Menschen bei seiner

Vereidigung gezählt haben will. Hinzu

kommen vorgrammierte Interessenskon-

flikte wegen des pro forma seinen Söhnen

übertragenen Firmenkonstrukts und Fra-

gen zu seiner Russland-Connection.

Kein Wunder also, dass die Nichtregie-

rungsorganisation Transparency Interna-

tional massive Korruption durch den

Trump-Clan befürchtet. Doch entschei-

dend dürfte schlussendlich sein Rückhalt

in der eigenen Partei sein, in der seine Ge-

gner im Senat, von John McCain und Lind-

sey Graham angeführt, bereits den Wunsch

äußerten, einen Untersuchungsausschuss

gegen ihn einrichten zu wollen.

Dieser könnte sich dann auch über den

von Obama auf Anraten des Ingenieurs-

korps der US-Armee gestoppten und von

Trump wieder aufgenommen Bau einer Öl-

pipeline durch das Land der Sioux beugen,

bei welcher der heute scheinheilig von sei-

nen Söhnen geführte Trust des neuen Prä-

sidenten einst in die Betreiberfirmen

Energy Transfer Partners ETP.N® und Hol-

ding Phillips 66 investiert hatte.

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Wie bereits erwähnt, spielt Trump „Buttek“

bis zum Vergasen. Und das vor den Augen

einer wie schon so oft in der blutigen Ge-

schichte der Menschheit auf dem rechten

blinden Gesellschaft, die sich nach jedem

Desaster auf den Kanonenhügeln dieser

Welt ausflennt, nachdem die Haupttäter

werbungsträchtig verurteilt und die anony-

men Mitläufer feige und bewährungsfrei in

die Nachwelt entlassen wurden.

Denn jede Gemeinschaft muss nach de-

rart umwerfenden Revolutionen wie zum

Beispiel die im Frankreich des Jahres 1Çn9

den reformierten Staat mit den alten Eliten

weiter betreiben, während erst die nötigen

hochschulischen Bildungsinstitute für die

künftigen Staatsverwalter aufgebaut wer-

den können. Doch solche Überlegungen

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