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Accent aigu

S. ¤

und gerade diese Üurde durch das Referendum abgelehnt. Und

Üie Üird das 6 mit seiner renze zÜischen Nordirland und der

RepubliŽ Irland umgehen, die dann zur „Au~engrenze“ Üird¶

7ird die nordirische Sinn Fein endlich doch ihre Parlamentssitze

in London einnehmen, die sie bislang boyŽottiert, Üeil die geÜBhl-

ten Abgeordneten Žeinen Eid auf die Ÿnigin ablegen Üollen¶

"der Üird der irische ØrgerŽrieg Üieder aufflammen¶ De facto

besitzt heute jeder Nordire zÜei PBsse: einen britischen und einen

irischen. Soll ihnen das streitig gemacht Üerden¶ Darf Spanien

ÜirŽlich die elegenheit nutzen, um ibraltar zurØcŽzuerobern¶

7er hatte beim Referendum eigentlich ein Interesse am Austritt¶

7aren es nur die alten Fischer in ihren von der Jugend verlassenen

DŸrfern, die sich zu den HeringsschÜBrmen ihrer Jugend zurØcŽ-

trBumten¶ "der andere sogenannte sozial enachteiligte¶

In der LR vom 1n. Mai fand ich einen Üeiteren Aufsatz, der

sich eben dieser Frage zuÜandte. Prof. Finlaison (er lehrt politi-

sche und soziale /heorie an der UniversitBt von East Anglia) hatte

sich unter rexit-AnhBngern umgehŸrt und Erstaunliches heraus-

gefunden. <unBchst begegnete ihm auf Schritt und /ritt die Auf-

fassung, dass angeblich niemand in die <uŽunft sehen ŽŸnne, dass

daher solche, die etÜas Øber <uŽunft aussagen (z. . zum lima-

Üandel), LØgner seien. 7er so rede, schreibt Finlaison, dem sei die

6ergangenheit nBher als die <uŽunftÆ man suche vor allem Schul-

dige und ÜØnsche Strafen. ReligiŸs verortete Menschen hingegen

unterstellten den „Remoaners“ (fØr „remainers“, bleibenÆ doch be-

deutet „to moan“ auch „lamentieren“) - ngste, die typisch fØr

„SØnder und UnglBubige“ seien! Finlaison traf Datensammler, die

ihre Macht dadurch erringen, dass sie die Muster erŽennen, die

sich aus einer Masse von Einzelentscheidungen herausschBlen,

und diese fØr ihre eschBfte nutzen. (Auf Deutsch taucht in die-

sem <usammenhang immer das <auberÜort „Algorithmen“ aufÆ

doch Finlaison gebraucht es nicht ein einziges Mal.) Solche Leute,

meint er, Üollten verhindern, dass die Menschen etÜas Øber sich

selbst erfahren, vielmehr sollten sie selbst zu dem Ding Üerden,

Øber das man etÜas herausfinde. Finlay zitiert einen der fØhrenden

AustrittsbefØrÜorter, David Cummings, Üonach Mitglieder dieser

aste ein „transdisziplinarisches DenŽen“ lernen sollten, Žombi-

niert mit einem „cool /huŽydidean courage to face reality“, d.h.

lernen, die RealitBt mit dem Mut des /huŽydides anzuerŽennen,

damit sie „Institutionen schaffen, die Üie Immunsysteme funŽtio-

nieren, so dass Üir andern geschØtzt Üerden vor den efahren

und RisiŽen der eigenen Dummheit und der anderer“.

Finlaison zitiert ferner Arron anŽs, einen Üeiteren der Leave-

MillionBre, der eine „Anti-PolitiŽ-Ideologie“ vertritt, Üie sie sich

ebenfalls in der /rump-Regierung findet: Danach sollen „ erufs-

politiŽer“ verschÜinden und ersetzt Üerden durch Leute aus der

7irtschaft Üie „venture capitalists, start-up entrepreneurs and

small business people“. Durch den rexit ÜØrde die Abschaffung

von Datenschutzregeln erleichtert, so dass Datenbesitzer endlich

frei Øber ihr Eigentum schalten und Üalten ŽŸnnten!

Auch UmÜelt- und 6erbraucherschutz taugen den MillionBren

nicht, Üeil sie beim eldverdienen behindern.

7as halten dem die Øbrigen EuropBer entgegen¶

Sie ernannten einen ChefunterhBndler, Michel arnier, und

zÜar ernannte ihn die ommission - auch der Rat ernannte jeman-

den, offenbar, so las ich in einer deutschen <eitung, einen tØchti-

gen eamten, ÜBhrend arnier ein /op-PolitiŽer ist. JunŽer Üar

mal Üieder schneller. Doch liest sich aus dieser Szene schon die

grŸ~te efahr fØr die Union heraus: UneinigŽeit. Unter

Leave.EU

fand ich die Nachricht, in der mit einem triumphierenden „0:1 fØr

das 6ereinigte Ÿnigreich!“ ein Urteil des EuropBischen erichts-

hof Žommentiert Üurde, Üonach die Regelungen Øber den Inves-

torenschutz in einem Freihandelsvertrag nicht nur von allen EU-

Parlamenten, sondern auch von etÜaigen Regionalparlamenten,

3n insgesamt, bestBtigt Üerden mØssten. Achtunddrei~ig! jubelten

die rexiteers, das dauert eÜig und Žommt Üahrscheinlich nicht

mal durch.

Im Mai hielt arnier in Malta eine Rede vor der „6ersammlung

der EuropaausschØsse der nationalen Parlamente“ (C"SAC). ar-

nier appellierte als erste und oberste 6oraussetzung an die 2Ç Mit-

gliedsstaaten, die EinigŽeit zu beÜahren. Ferner dØrfte der norma-

le Lauf der EU-Angelegenheiten nicht durch die rexit-6erhand-

lungen verzŸgert Üerden. Europa mØsse sich auch in den Žom-

menden zÜei 6erhandlungsjahren Üeiter entÜicŽeln ŽŸnnen. Er

appellierte an das 6 , damit es, obÜohl noch volles Mitglied, in

dieser <eit Žeine locŽaden auslŸse, um indireŽt Einfluss auf die

6erhandlungen zu nehmen, Üie auch jeder EuropBer darauf zu

achten habe, dass Žeine unloyale onŽurrenz entstehe. <udem sei

es Aufgabe der Parlamente, mit ihren Regierungen zusammen die

rundsBtze festzulegen, nach denen die 6erhandlungen angegan-

gen Üerden sollten. Die Abgeordneten sollten ihren 7Bhlern re-

gelmB~ig Øber die <iele und den Ablauf der 6erhandlungen e-

richt erstatten! Sich nicht davor scheuen, darØber auch mit jenen

zu reden, die anderer Meinung sind. /ransparenz sei gefordert, Üir

hBtten nichts zu verbergen. Und fØr all jene, die die AnfBnge nicht

mehr miterlebt haben, zBhlte er noch einmal die Errungenschaften

des geeinten Europas auf: Jeder Žann in der EU Üohnen, studie-

ren, arbeiten, Üo erÉsie Üill, (fast) ohne rechtliche Unterschiede,

Firmen grØnden, HBuser bauen. Jeder EU- Ørger profitiert vom

Schutz fØr UmÜelt und 6erbraucher. emeinsam stehen Üir ein

fØr mehr Schutz vor /errorismus, fØr bessere Lebens- und 7irt-

schaftsbedingungen in AfriŽa, gegen die Exzesse der Finanzindus-

trie, fØr den Aufbau unserer UnabhBngigŽeit bei der Energiever-

sorgung und vieles mehr. Mit den 7orten „Don’t focus mainly on

rexit, focus on the 2Ç!“ beendete er seinen Appell.

eht es vielleicht, fØr das 6ereinigte Ÿnigreich ebenso Üie fØr

die EU, bei den 6erhandlungen um die Frage: leiben Üir rechts-

staatlich oder unterÜerfen Üir uns der Macht des apitals¶ Der

„Nationalismus“ erscheint mir auf dieser Ebene nur noch Üie ein

Spielchen zur AblenŽung, zur eschBftigung der auf onsum re-

duzierten evŸlŽerungen.

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