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S. s

Schon im Vorfeld des britischen Referen-

dums wusste die Regierung Tsipras, was

Griechenland drohen könnte. Deshalb war

sie verzweifelt bemüht, die Vereinbarung

mit den Gläubigern noch vor dem ÓÎ. Juni

Ó016 unter Dach und Fach zu bringen. Nur

zwei Tage vor dem Referendum sind in

Athen jene Ç,x Mrd. Euro eingetroffen, die

der Europäische Stabilitätsmechanismus

ESM® für die Umsetzung des Sparpro-

gramms überwiesen hat.

Doch nach dem britischen Votum kamen

die eigentlichen Probleme erst noch auf

Griechenland zu.

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Als die Aktienkurse nach der britischen

Entscheidung europaweit einbrachen,

wurden die höchsten Verluste von der

Athener Börse gemeldet. Binnen zwei Bör-

sentagen wurden die akkumulierten Kurs-

gewinne der vergangenen drei Monate zu-

nichte gemacht – ein Wertverlust von etwa

Ç Milliarden Euro.

Dann kam die Abwertung des britischen

Pfundes. Eine anhaltende Abwertung ver-

teuert nun die Reisen von britischen Urlau-

bern und erschwert die Warenausfuhren

nach Großbritannien und verschärft somit

die Krise der ohnehin schon schwachen

griechischen Exportwirtschaft.

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Es ist derzeit noch unklar, ob die Position

Griechenlands innerhalb der EU künftig

geschwächt oder gestärkt werden wird. En-

tscheidend dafür werden die Reaktionen

der wichtigsten Gläubiger sein. Wenn in

Brüssel, Berlin und Paris das Interesse do-

miniert, alle weiteren Auflösungstenden-

zen im Keim zu ersticken, könnten sie

Athen stärker entgegenkommen. Sollte je-

doch das Konzept eines Europas der „ver-

schiedenen Geschwindigkeiten“ Auftrieb

erhalten, droht Griechenland noch weiter

an den Rand gedrängt zu werden.

Dem deutschen Finanzminister Schäuble

gelang es, die Diskussion über die Schulde-

nentlastung ins Jahr Ó018 d.h. auf einen

Zeitpunkt nach den Bundestagswahlen

vom Herbst Ó01Ç zu verschieben. Damit

hat er aber auch der Regierung Tsipras ei-

nen harten Schlag versetzt. Als Vorleistung

hatte Tsipras ein monumentales Gesetzes-

paket durchs Parlament gebracht und als

Kompensation erwartete er aus Brüssel ei-

nen positiven Beschluss in Sachen Schul-

denentlastung. Das hat Schäuble verhin-

dert.

Dass die Athener Regierung dennoch den

„erfolgreichen Abschluss“ der Verhandlun-

gen hervorstrich, hat einen schlichten

Grund: Griechenland steht wieder einmal

am Rand des finanziellen Abgrunds. Daran

wird die Auszahlung der zweiten Tranche

des Î. Hilfspakets von Ó,8 Milliarden Euro

die erste Tranche über Ç,x Milliarden Euro

wurde im Juni Ó016 ausgezahlt® auch nicht

viel ändern, denn das größere Problem liegt

woanders.

Die neuerlichen Sparmaßnahmen und

Steuererhöhungen verlängern und vertie-

fen die Rezession und die Beschlüsse der

Eurogruppe vor sieben Monaten sind nur

die Fortsetzung der seit Ó010 verfolgten fal-

schen Strategie: die Verabreichung einer

Überdosis der falschen Medizin.

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Unterdessen wächst im Land die Euro-

skepsis. Zwar steht den Griechen keines-

wegs der Sinn nach einem Ausstiegsrefe-

rendum, doch die Unzufriedenheit der Be-

völkerung mit den ökonomischen und po-

litischen Entwicklungen seit Beginn der

zweiten Syriza-Regierung ist deutlich zu er-

kennen. Tsipras zählt inzwischen zu den

unbeliebtesten Parteivorsitzenden des

Landes. Sein Absturz resultiert aus der

Kluft zwischen dem was Syriza verspro-

chen, und dem was sie gehalten hat – oder

unter dem Druck der Gläubiger halten

konnte. Zu den Wahlen Ó01x war sie ange-

treten mit der Zusage, sie werde alles tun

um die auferlegten Maßnahmen und Refor-

men so sozial wie möglich zu gestalten.

Und wie sieht es heute aus?

Die Reform der allgemeinen Rentenversi-

cherung brachte zusätzliche Belastungen

durch erhöhte Krankenkassenbeiträge und

höhere Steuern bis hinunter zu den sehr

niedrigen Renteneinkommen. Und die Zu-

satzrente für die ärmsten Alten wurde

gleich ganz abgeschafft. Sogar der Schutz

der Erstwohnung vor einer Zwangsverstei-

gerung wird mittelfristig ganz entfallen,

denn die Banken verkaufen ihre Bestände

an faulen Krediten und Hypotheken an

Hedgefonds – und diese können ihre Ans-

prüche gegenüber Schuldnern ab Anfang

Ó018 per Konfiskation durchsetzen.

Syriza scheiterte auch mit dem Vorha-

ben, eine restriktive Privatisierungspolitik

zu betreiben. Die Regierung musste viel-

mehr der Gründung einer neuen „Super-

kasse“ zustimmen, an die praktisch alle öf-

fentlichen Vermögenswerte und Beteili-

gungen überschrieben werden. Theoretisch

könnte also diese „Superkasse“ das ge-

samte öffentliche Eigentum privatisieren.

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die 3rommel Ó\Œlaƒen

und die Märkte werden danach tanzen“

hatte Tsipras noch im Dezember Ó01{ vor

Gefolgsleuten getönt.

Vorstehend kurz angedeutete Maßnah-

men und Beschlüsse hätte Syriza früher als

demütigende Unterwerfung unter die

Gläubiger verdammt. Noch schärfer hätten

Tsipras und seine Partei das Verfahren kri-

tisiert, mit der das Çx00-Seiten starke Ge-

setzespaket im Parlament durchgewunken

wurde.

Zwei Jahre später schlägt kein Tsipras

den Takt und die Märkte, lies Gläubiger,

haben Syriza vollends schwindelig getanzt.

Keine guten Voraussetzungen für die

nächsten Wahlen.

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