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S. €

nach Ruhe und Stabilität, nach Verlässlich-

keit und Geborgenheit in diesen Zeiten?

Normalität, Stabilität, Sicherheit – wahr-

lich keine Begriffe, die zur Gegenwart pas-

sen. Insgesamt gesehen war die Zeit zwi-

schen 19x0 und 1990 in der Tat eine gemüt-

liche Phase, so jedenfalls stellt sich diese in

der Rückschau dar, eine Zeitspanne, an die

viele von uns sich wohl mit einem positiven

Gefühl erinnern können. Dort wollen wir

wieder hin! Zurück zu einem Zustand, den

wir vielleicht® für die Normalität gehalten

haben. Aber die Realitäten sehen ganz an-

ders aus. Wie wir heuer sehr wohl wissen.

Die Hoffnungen auf eine Rückkehr zur

geordneten Welt des späten Ó0ten Jahrhun-

derts sind illusionär. Denn die ra des gro-

ßen Wandels beginnt gerade jetzt!

Eine Diskussion beherrscht, heuer sehr

aktuell, unser Ländchen direkt und indi-

rekt, Hängt doch so viel von ihr ab: die

Grenzen des Wachstums! Ein Topic, das

vehemente Streitgespräche provoziert, ein

Thema, das an sich allerdings nicht neu ist

– nur eben neu für uns, in Mariens be-

schaulichem Ländle, das sich vom einsti-

gen Agrarland über die Industrienation hin

zum Finanzzentrum und zur Dienstleis-

tungsgesellschaft entwickelt hat und in Zu-

kunft ganz andere Wege gehen soll, wie un-

ser emsiger Herr Wirtschaftsminister, der

sich als einziger europäischer Minister sei-

ner Zunft des Vorwurfs des Zuviel an

Wachstum und dies garantiert nicht ohne

Stolz seinerseits® ausgesetzt sieht. Il faut le

faire, in der Tat! Nur, und das ist der eigent-

liche Hintergrund, die evidente Absicht

dieser Zeilen, soll der mündige Bürger un-

serer modernen Welt gefälligst sehr wach-

sam sein und hellhörig werden, zumindest

jedoch sehr kritisch das lesen und hinter-

fragen, was die Kaste der modernen

„Smartmanager“ so von sich gibt, neolibe-

rale Macher, die das gemeine Wahl- und

Arbeitsvolk, sehr gezielt manipulieren wol-

len. Und in dieser Absicht gelten die fol-

genden Themen der angedeuteten „sieben

Knappheiten“.

Die erste Knappheit: Menschen. Es mag

überraschend erscheinen, davon zu spre-

chen, dass Menschen knapp werden. Der

Autor rechnet uns allerdings vor, dass das

globale Muster der künftigen Bevölkerung-

sentwicklung folgendermaßen aussehen

soll:

Nord- und Südamerika, große Teile

Asiens, vor allem aber Afrikas werden wei-

ter wachsen:

In Westeuropa wird das Bevölkerungs-

wachstum nahezu zum Erliegen kommenÆ

In Mitteleuropa inklusive Deutschland

schrumpfen die Einwohnerzahlen bereits

heute leicht. In Osteuropa gehen sie dra-

matisch zurück.

Man muss allerdings anmerken, dass

diese Einschätzung heuer und aufgrund

der bekannten Flüchtlingsströme, dessen

effektiver Einfluss auf diese Einschätzun-

gen zu diesem Zeitpunkt in der Tat unmö-

glich korrekt einzuordnen sind, dem Autor

zum Zeitpunkt der Publikation seines Bu-

ches logischerweise noch nicht bekannt

sein konnten. Egal wie: klar ist, dass große

Teile des Globus eine relative Knappheit

des Menschen erleben werden. Die heuer

angekündigte Situation unseres Landes

wird die Entwicklung der Menschheit und

dies im Sinne des Buchtextes pikanter-

weise auch hierzuländchen siehe die ak-

tuelle Diskussion um die Rifkin-Studie® bis

zum Jahre Ó0x0 angekündigte Verschie-

bung der Gewichte die an sich generell ge-

sehen allerdings wohl zutreffen wird® je-

denfalls kaum erleben: von der Knappheit

„Menschen“ wird in unserem Lande, und

dies in Verbindung mit der heuer aller-

dings rein theoretischen® „Großregion“ mit

Sicherheit rein gar nichts zu verspüren sein

– ganz im Gegenteil! Allein deshalb schon

sind gewisse Ankündigungen schon mit

höchster Vorsicht zu genießen. Was uns al-

lerdings nicht davon abhalten sollte, uns

trotzdem mit diesen Überlegungen eines

Vertreters des Managements zu beschäfti-

gen.

Denn eines ist richtig: die errechneten

Prognosen eines Rückganges der Wachs-

tumsraten insgesamt lässt die Erdbewoh-

nerschaft zwar noch nicht direkt schrump-

fen, wohl aber altern. Und da liegt die ei-

gentliche Sorge der Manager: relative

Knappheit von Menschen heißt vor allem:

es macht sich ein eklatanter Mangel an

Leistungsfähigen bemerkbar, also an Men-

schen im produktiven Alter. Und damit

verknüpft ist die immer wiederkehrende

„Sorge“ des Kapitals und ihrer Politlakaien

mit ihren fast schon lästigen Reden, die

diese im Sinne der sozialen Sicherungssys-

teme, die sie natürlich am liebsten sofort

privatisieren wollen, fast schon gebetsmüh-

lenartig herunterleiern: Die Verknappung

von „leistungsfähigen“ Menschen in den

kommenden Jahrzehnten wird auch die öf-

fentlichen Haushalte in Unordnung brin-

gen. Zum einen weil mehr Leute durch die

staatlichen Versorgungssysteme – Rente,

Gesundheitssystem, Pflege – unterstützt

werden müssen. Zum anderen weil dieser

großen Zahl von dann älteren Leistungs-®

Empfängern nur noch relativ wenige Ein-

zahler gegenüber stehen. In Westeuropa

werden sich die „Altersquotienten“ – das

Verhältnis der über 6{-jährigen zu den 1x -

bis 6{-jährigen – in den kommenden Jahr-

zehnten etwa verdoppeln: von Werten um

die Óx Prozent auf rund x0 Prozent. Mit an-

deren Worten, so der Managervertreter als

Buchautor, wird die demografische Last