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Donald 3ræ· der 1\hre\en
der Neoonservativen
Zu den erfreulicheren Aspekten des US-
Präsidentschaftswahlkampfs gehört die
Verstörung in Kreisen der Neokonservati-
ven, ausgelöst durch den erstaunlichen Er-
folg von Donald Trump. Sollte es Trump ge-
lingen, sich die Nominierung zu sichern,
drohen düstere Aussichten. Robert Kagan,
neokonservativer US-Politikberater, ver-
glich die bevorstehende Übernahme der
„Grand Old Party“ durch Trump mit der
Heimsuchung Thebens durch die Pest. In
einem Offenen Brief werfen neokonservati-
ve Wissenschaftler und Lobbyisten Trump
vor, er würde „mit der Autorität seines Am-
tes Dinge tun, die Amerika weniger sicher
machen und unser Ansehen in der Welt ver-
mindern“.
Fortschrittliche Stimmen machen das
Establishment der Republikaner verant-
wortlich. Jahrzehntelang haben sie Rassis-
mus, Misogynie, Bigotterie und Aggressio-
nen aller Art gehätschelt - jetzt müssen sie
mit den Folgen leben - das Monster Trump
haben sie selbst herangezüchtet. Was aber
stört die Neokonservativen an Trump¶
Zum einen sind sie entsetzt darüber, dass
Trump um so populärer wird, je deutlicher
er sich von neokonservativen Glaubensarti-
keln absetzt. Seine Aussagen, insbesondere
in Sachen Außenpolitik, lassen sie in die
Luft gehen. Originalton Trump\ „... wir ha-
ben im Irak schon zwei Billionen Dollar
ausggeben. Und wir haben absolut nichts
davon“ und mit Blick auf Russland „Was ist
falsch daran, mit Russland zusammenzuar-
beiten, statt immer nur mit ihm zu kämp-
fen... Was ist falsch daran, Russland den IS
so richtig bombardieren zu lassen¶“ Wenn
man, wie die Neokonservativen, fast 1x
Jahre lang wild war auf einen neuen Kalten
Krieg mit Russland, dann ist an Trumps u-
ßerungen schon allerhand falsch.
Neokonservative, wie Kagan, möchten
uns glauben machen, der „Trumpismus“ sei
ein natürlicher Auswuchs der Tea-Party
und verschweigen dabei, dass die Neokon-
servativen den Aufstieg der Tea-Party bei
den Zwischenwahlen von 2010 gefördert
haben. Tea-Party-Anhänger sind ganz ein-
fach die Ultras der Neokonservativen.
Bei den Auseinandersetzungen um das
Iran-Abkommen sponserte die Tea-Party
eine Kundgebung gegen das Abkommen
vor dem Kongress in Washington - Haupt-
redner waren Ted Cruz, der Liebling der
Tea-Party, und Donald Trump. Letzterer
hielt den Deal für grottenschlecht, weil „un-
sere Politiker dämlich“ sind. Die ketzeri-
schen Positionen in Sachen Außenpolitik
und die breite Zustimmung der republika-
nischen Basis treiben die führenden Neo-
konservativen zu der Erklärung, sie stün-
den bereit - für Hillaryt Eine bedenkliche
Entwicklung.
Eine der großen Paradoxien der jüngsten
amerikanischen politischen Geschichte be-
steht darin, dass die heutigen Neokonserva-
tiven über die Maßen ideologisch geprägt
sind, während ihre Vorfahren Ideologien
zutiefst misstrauten. Mit der Zeit rückte die
erste Generation der Neokonservativen
stark nach rechts und sie fanden 1980 in
Kaliforniens Gouverneur Ronald Reagan
ihren neuen Helden. Zum Präsidenten ge-
wählt, berief Reagan eine Reihe Konservati-
ve in hohe mter. Unter Reagan, und später
unter Bush, fassten die Neokonservativen
festen Fuß im National-Security-Establish-
ment und beeinflussen seither bis heute®
die amerikanische Außenpolitik in hohem
und höchst verderblichen Maße.
Deshalb ist es auch so gefährlich, wenn
Neokonservative sich jetzt für Hillary Clin-
ton erklären, für die Partei der Demokra-
ten, die sowohl liberale Interventionisten
als auch Neokonservative beherbergt. Soll-
ten die Demokraten die Neokonservativen
in ihrer Partei willkommen heißen, wäre
das eine Tragödie - für die Partei und für die
USA. Wir sollten gewarnt seint
illarð linton
verliert sie das ;eie aæsÅ
Die Clinton-Maschinerie zieht nicht wie sie
sollte. Sie nimmt einen trügerischen und
ungewissenen Parcours, gesäumt von Sach-
verständigen, Funktionären und Analysten,
die das Spektakel mit der gewohnten Kon-
zentration auf Belanglosigkeiten begleiten
und sich dabei ebenso überzeugt vom eige-
nen Durchblick zeigen, wie die „Heldin“
Hillary Clinton selbst. Dies entspricht
durchaus der Engstirnigkeit und Inzucht,
die seit langem die Führung der Demokra-
ten kennzeichnet. Was zunächst ins Auge
springt, ist die Entkoppelung der politi-
schen Eliten von dem Land, das sie angeb-
lich kennen oder jedenfalls regieren wollen.
Bernie Sanders Erfolg zeigt dies sehr klar.
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